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Siegerehrung "Unser Dorf hat Zukunft" 2017
Ortseingang Linzenich aus Richtung Lövenich

Begrüßungsschild wurde von Clemens Wolf in Handarbeit wieder hergestellt.

Alte Rotbachbrücke in Lövenich
Neue Rotbachbrücke in Lövenich

In Zülpichs Umgebung findet man überall Ortschaften, die auf –ich (-acum) enden und somit auf keltischen Ursprung zurückgehen. Es gibt deren im Rheinland ungefähr dreihundert. Der Name des Gründers einer solchen Siedlung ist, wie vorher beschrieben, um die Silbe –acum (-ich) erweitert. So hatte Fuscinius ein Gut, das nach ihm den Namen Fusciniacum trug. Dieses hat den Grund gelegt zu dem heutigen Füssenich. In gleicher Weise lassen sich die Namen Bessenich aus Bassoniacum, Rövenich aus Rufiniacum, Lövenich aus Lupiniacum, Linzenich aus Lentiniacum, Ülpenich aus Ulpiacum, Merzenich aus Martiniacum, Sinzenich aus Sentiniacum, Geich aus Gaiacum usw. herleiten.

Ebenso können die anderen Ortsnamen auf –ich gedeutet werden. Trotzdem die Namen Fuscinius, Bassonius, Lupinius usw. denen die vorher genannten Ortschaften ihre Bezeichnung verdanken, römisch sind, so kann es sich bei den Gründern doch wohl nur um vornehme Kelten handeln, die nach Erlangung des römischen Bürgerrechtes auch römische Namen angenommen hatten; denn was hätte einen urrömischen Bürger veranlassen können, seinem Namen eine fremde Endung anzuhängen? Der Urrömer Vettius nannte sein Gut „Fundus Vettianus“ und nicht „Fundus Vettiacus“.

 

Linzenich ( 348 Einwohner )

Name aus: Lentiniacum, Gut des Kelten Lentius, Urkundlich erwähnt zuerst: 1102

Die L178 (Sinzenich – Enzen) die heute in zwei scharfen Kurven durch den Ort führt, gab es 1808 noch nicht, die Siedlung entstand vielmehr an einem uralten Weg, der aus dem Schwerfener Raum am süd-östlichen Hang des Rotbachtales kommt und heute noch als gerader Feldweg Richtung Ülpenich verläuft. Im Osten des Dorfes entstand nach dem 2. Weltkrieg ein größerer Wohnpark. Bereits 1890 fand man im Bereich des heutigen, idyllisch gelegenen Spielplatzes beim Anlegen einer Sandgrube ein Gräberfeld. Teile der zugehörigen Siedlung legte man nicht weit davon in den 60er Jahren des letzte Jahrhunderts frei und ordnete sie den Kelten aus der Hallstatt-B-Zeit (1050-800 vC) zu. Sie zogen für ihre Landwirtschaft den leichter zu bearbeitenden sandigen Boden der Umgebung dem schweren Lehmboden der bachnahen Flur vor. Ist Linzenich nun 3000 Jahre alt?

 

Unterhalb des Dorfes liegt die ehemalige Burg. Zwar zeigt sie sich heute als Gutshof, jedoch lassen die erhaltenen Gräben, die der Dorfbach speist, und das freistehende Herrenhaus eine zweiteilige Anlage in regelmäßigen, rechteckigen Formen erkennen – eine typische Burg des 14. Jhts. Sie muss aber Vorgänger gehabt haben, denn es gibt seit 1102 urkundliche Erwähnungen einer Burg Linzenich. Nach der Zerstörung durch hessiche Soldaten (1642) und durch Erdbeben (1755 und 1765) wurde sie jeweils wieder renoviert. Das zweigeschossige Herrenhaus auf hohem Sockel, in Bruchsteinen und im 1. Obergeschoss in verschiefertem Fachwerk ausgeführt, stammt wohl von 1769. Auch wenn die Burg nicht aus einem galloromanischen Gut an dieser Stelle erwachsen ist, so weist doch der Name Linzenich auf eine solche Anlage. Sie befand sich wohl nur wenig weiter östlich, im Bereich von Kindergarten und neuem Pfarrheim. Hier haben Jungsteinzeitmenschen, Kelten und Römer gewohnt, letztere sogar Eisen bereitet, wie gefundene Schlacken zeigen.

 



Im 17. Jh. gehörte die Burg der Aachener Schöffenfamilie von Colyn. Deren bekanntesten Vertreter, Bonifacius (II.), ein Anhänger der Reformation, hatten die Aachener Protestanten 1598 zum Bürgermeister gewählt. Auf Druck der Aachener Katholiken, des Herzogs von Jülich und des Kaisers wurde ihm nach vier Jahren der Prozess gemacht. Er kaufte sich aus der Haft los, verließ mit seiner Familie die Stadt und lebte bis zu seinem Tod auf seiner Burg Linzenich. Das Dorf gehört mit seiner Burg seit jeher zur Pfarre Lövenich.
 

         

1997 errichtete der Linzenicher Kapellenbauverein an der östlichen Flanke des kleinen Tals, aus dem der namenlose Dorfbach tritt, neben einer alten Eiche auf dem vom Vorsitzenden gestifteten Grundstück eine Kapelle. Pfarrer Cornelissen hatte dazu angeregt. Sie ist Maria und Nikolaus von der Flüe geweiht. Der Heilige lebte im 15. Jht., war Bauer und Vater von zehn Kindern. Er hatte religiöse Visionen und entschloss sich mit Erlaubnis seiner Frau, ein Einsiedlerleben zu führen. 1481 verhinderte er einen Bürgerkrieg zwischen den schweizerischen Stadt- und Landkantonen.

Lövenich ( 222 Einwohner )

Name aus: Luviniacum, Gut des Kelten Luvius, Urkundlich erwähnt zuerst: 1124

Lövenich entstand nordöstlich einer untergegangenen Burg, die südöstlich der Kirche lag und dem Ort den Namen gab. Der älteste Teil liegt entlang einer Straße, die von einer alten hochwasserfreien Verbindung zwischen Sinzenich und Nemmenich (K31) zum Rotbach führt. Die Häuser sind hier über einer oberflächennahen Tonschicht gebaut, haben deshalb keine tieferen Keller, aber eigene Brunnen. Im 19.Jh. entstanden Straße und Hofanlagen parallel zum Bach auf dessen linker, vor dem 1. Weltkrieg auch auf dessen rechter Seite. Gärten, Obstwiesen und fruchtbare Ackerflächen verhinderten nach dem 2. Weltkrieg – bei wenigen Ausnahmen – die Ausweisung von Baugrundstücken. Das Ortsbild beherrschen heute prächtige Reihen von über 90-jährigen Linden zu beiden Seiten des Rotbachs.

Das Dorf hat nach dem 2. Weltkrieg eine tiefe Wandlung erfahren. Von 15 Ackerbaubetrieben, die alle Milchkühe und anderes Vieh besaßen, sind nur noch drei übrig geblieben – ohne Kuhstall! Dies und das Verschwinden von Bäckerei, Schmiede, Poststelle, Tante-Emma-Laden, Gastwirtschaft, Schreinerei, Schusterei, Repara-turwerkstätte und Mehlmühle bedeutet einen großen Verlust an Arbeitsplätzen. – In einem der regionaltypischen Winkel- oder Dreiseithöfe ist seit 1979 ein Frauenbildungshaus eingerichtet, das erste seiner Art in der Bundesrepublik. Es bietet jeweils bis zu 30 Frauen Tages- und Abendveranstaltungen und 2- bis 5-tägige Seminare an mit den Schwerpunkten: Beruf und Management, Gesundheit und Therapieverfahren, Kreativität und Umwelt, Lebensgestaltung und Spiritualität.

 

Fünf Mühlen wies die Lövenicher Gemarkung auf. Die Nonnenmühle ist schon 1185 erwähnt, wurde von der Weiterführung des Sinzenicher Marienbachs getrieben, diente jahrhundertelang den Zisterzienserinnen von Hoven und wurde vor einigen Jahren abgerissen. Die Pfeiffersmühle, am gleichen Bach gelegen, Elternhaus des Kirchenkomponisten, Organisten und Dozenten Theodor Pfeiffer(1875-1936), besteht ebenso wie die im Dorf selbst stehende Kerp-sches- oder Mayersmühle noch in wesentlichen Teilen, während die sie treibenden Mühlbäche vor ca. 40 Jahren zugeschüttet wurden. Eine „Steinsmühle“, die vielleicht am rechten Rot-bachufer gegenüber der Kirche lag, ist schon vor Jahrhunderten untergegangen. Unterhalb des Dorfes liegt an der B56 die Propstmühle. Sie hat wie die Mayersmühle bis nach dem 2. Weltkrieg Mehl gemahlen. Heute stellt der Betrieb Mischfutter her.

 

Seit Jahrtausenden ist die Lövenicher Gemarkung besiedelt, wenn auch nicht kontinuierlich. An Fundorten gibt es einen aus der mittleren Steinzeit, drei aus der Jungsteinzeit, zwei von den Kelten und fünf von römischen Gutshöfen. Wenig unterhalb der Mündung des Vlattenbachs in den Rotbach durchquerte die Römerstraße von Tolbiacum-Zülpich nach Belgica-Billig den Rotbach. Daran erinnern die alte Gemarkungsbezeichnung „Furt“ und eine 2012 errichtete Fußgänger- und Fahrradbrücke.

 

Ein römischer Gutshof stand nahe der heutigen Kirche, denn unter ihr wurden viele römische Baumaterialien gefunden sowie ein römerzeitli-ches Fundament eines kleinen, rechteckigen, geosteten Gebäudes mit runder Apsis – ein frühchristlicher Gebetsraum? Auf solch frühes Chri-stentum könnte auch die Pfarrpatronin verweisen: Agnes, eine römische Märtyrin, während der zweite Patron, Urbanus, ehemaligen Weinbau verrät. Ein fränkischer Gutsherr ließ im 8. Jh. eine steinerne Saalkirche errichten. Darüber baute man im 13. Jh eine romanische Basilika mit gelblichem Kalksandstein von Floisdorf und roten Sandsteinleibungen aus dem Rurtal.

 



1922/23 riss man das nördliche Seitenschiff ab, erweiterte die Kirche nach Norden zu einem hohen und hellen Mittelschiff. Über dem südlichen Seitenschiff errichtete man einen auffallend asymmetrischen Giebel. Grabungen brachten mehrere römische Steinsarkophage zutage; der am besten erhaltene liegt an der Kirchenmauer. Seit 1968 zeigt die alte Sakristei von Pfarrer Körfer gesammelte heimatgeschichtliche Objekte aus Kirche, Ort und Region

Römischer Steinsarkophag (Kirchengarten)

Die wilde Tulpe ist in Deutschland nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschütz und gilt gemäß der Roten Liste als stark gefährdet. Sie darf nicht ausgegraben oder gepflückt werden. Als ursächlich für die Bestandsminderung wird in erster Linie die Intensivierung der Landwirtschaft im Bereich Acker- und Weinbau angesehen.

 

Von der Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutz gefährdeter Pflanzen wurde die Wilde Tulpe 1983 zur Blume des Jahres gewählt.

 

Immer wieder wird behauptet, die Pflanze sei durch die Römer nach Mittel- und Westeuropa eingeführt worden.

 

Diese seltene Zierpflanze findet man im Garten von Burg Linzenich zur Blütezeit.

 

Wildtulpe im Garten von Burg Linzenich
Wildtulpe im Garten von Burg Linzenich